Ein gefährlicher Trend: Schwarzmarkt und illegale ‘Baller Liquids’
Illegal gehandelte Big Puffs und sogenannte Baller Liquids gefährden die Gesundheit der Dampfer.
Der Markt für E-Zigaretten und Vapes boomt, aber mit der steigenden Beliebtheit wächst auch eine dunkle Seite der Branche: der Schwarzmarkt. Nach aktuellen Studien stammen in Deutschland mittlerweile 30 bis 60 Prozent der verkauften Vapes aus illegalen Quellen. Das Fraunhofer Institut geht davon aus, dass rund 36 Prozent des gesamten Vaping-Markts irregulär sind. Europaweit macht der irreguläre Markt (Schwarz- und Graumarkt) sogar fast die Hälfte des Gesamtmarktes aus. Besonders alarmierend ist dabei der Trend zu sogenannten „Big Puffs“, „Baller Vapes“ sowie Liquids, die mit illegalen Substanzen versetzt sind.
Dieser unkontrollierte Handel sorgt für enorme Steuerausfälle und birgt massive Risiken für die Gesundheit und den Jugendschutz.
Was sind Big Puffs?
Als Big Puffs werden oft illegale Einweg-E-Zigaretten bezeichnet, die mit extremen Zugzahlen von 10.000, 15.000 oder sogar 20.000 Zügen (Puffs) beworben werden. Nach deutschem und EU-Recht sind diese Geräte schlichtweg illegal. Die gesetzliche Obergrenze für das Tankvolumen von nikotinhaltigen Vapes liegt nach dem Tabakerzeugnisgesetz bei maximal 2 Millilitern, was in der Praxis etwa 600 bis 700 Zügen entspricht. Die Obergrenze für Nachfüllbehälter beträgt 10 ml. Der Nikotingehalt darf 20 mg / ml nicht überschreiten.
Was sind Baller Liquids?
Unter dem Begriff „Baller Liquids“ versteht man illegale E-Liquids für E-Zigaretten, die mit synthetischen Cannabinoiden wie beispielsweise HHC, ADB-BUTINACA oder ADB-BINACA versetzt sind. Diese unkontrolliert hergestellten Flüssigkeiten bergen ein massives und oft unkalkulierbares Gesundheitsrisiko.
Im Gegensatz zu pflanzlichem Cannabis, dessen natürlicher Wirkstoff THC im Gehirn nur als sogenannter Teilagonist wirkt, sind die in Baller Liquids enthaltenen synthetischen Substanzen meist volle Agonisten. Sie binden dadurch wesentlich stärker an die Rezeptoren im Gehirn und enthalten zudem kein ausgleichendes CBD. Das führt dazu, dass der erzeugte Rausch ungleich intensiver und stark halluzinogen ausfällt.
Behörden wie das Landeskriminalamt NRW und das Bundesinstitut für Risikobewertung warnen eindringlich vor diesen Liquids, weil bereits ein einziger Zug fatale Folgen haben und lebensbedrohliche Notfälle auslösen kann. Zu den typischen, schwerwiegenden Vergiftungssymptomen zählen:
- Ohnmacht und Bewusstlosigkeit
- Bewusstseins-, Verwirrtheits- und Gedächtnisstörungen
- Schwere Krampfanfälle und Halluzinationen
- Herzrasen (Tachykardie)
Neben der akuten Gefahr der Überdosierung weisen einige dieser synthetischen Substanzen ein starkes Abhängigkeitspotenzial auf, und es gibt erste Hinweise auf krebserregende Eigenschaften.
Obwohl Baller Liquids illegal sind, werden sie zum Teil offen über Online-Shops oder sogar im stationären Tabakhandel verkauft. Für Konsumenten ist die genaue chemische Zusammensetzung und die extreme Wirkstärke oft nicht erkennbar. Eine besonders perfide Masche ist es, vermeintlich harmlose CBD-Liquids mit diesen psychoaktiven synthetischen Cannabinoiden zu strecken. Zudem gibt es Verdachtsfälle, bei denen illegale Liquids zusätzlich mit K.O.-Tropfen (GBL) versetzt wurden.
Auf dem Schwarzmarkt tauchen zunehmend Vapes auf, die kein herkömmliches Nikotin, sondern synthetische Ersatzstoffe wie Metatine (6-Methylnikotin) enthalten. Diese Stoffe haben ein ähnliches Toxizitätsprofil, können möglicherweise noch stärker in die Sucht führen als Nikotin und toxischer für die Lungenzellen sein.
Beispiele für illegale Vapes
Im Netz stößt man recht schnell auf illegale Vapes. Bekannte Beispiele sind Randm und Tornado Vapes des Herstellers Fumot – etwa die Fumot Randm Tornado Vibe 28000. Die Zahl steht für die Menge an angeblich möglichen Puffs. Populär sind diese Marken auch durch die Verwendung verschiedener Tiermotive – allen voran Affen. Google Trends zeigt, dass die Nachfrage nach “Affen Vape” in Deutschland im Lauf der letzten 12 Monate stark angestiegen ist:
Ebenfalls populär sind illegale Vapes der Marke Al Fakher, die bis zu 40.000 Puffs ermöglichen.
Schwarzmarkt und unseriöse Shops sowie fehlender Jugendschutz
Der Vertrieb dieser illegalen Produkte erfolgt häufig über dubiose Wege. Bis zu 90 Prozent der irregulären Vapes werden aus China importiert. Verkauft werden sie dann unter der Ladentheke in stationären Geschäften oder über Fake Shops im Internet und über Social Media.
So erkennst du unseriöse Shops:
- Fehlender Jugendschutz: Illegale Anbieter ignorieren Alterskontrollen völlig Dadurch gelangen gerade Minderjährige extrem leicht an die gefährlichen Vapes.
- Fehlendes Impressum: Im Online-Handel ist ein fehlendes Impressum oder eine Adresse außerhalb der EU ein starkes Indiz dafür, dass der Betreiber sich der juristischen Verfolgung entziehen möchte.
- Vorkasse-Betrug: Häufig werden in solchen Fake-Shops Zahlungen per Vorkasse verlangt, ohne dass ein Käuferschutz besteht. Es wird dann nur minderwertige oder gar keine Ware geliefert.
So erkennst du illegale Vapes
Um sich vor illegaler und potenziell gefährlicher Ware zu schützen, solltest du auf folgende Merkmale achten:
- Steuerzeichen: Fehlt die deutsche Steuermarke auf der Verpackung, handelt es sich definitiv um ein illegales Produkt. (Achtung: Eine vorhandene Steuermarke garantiert nicht automatisch Legalität, weil sie gefälscht sein kann).
- Inhalt und Züge: Vapes mit mehr als 2 ml Flüssigkeit oder Angaben von weit über 600–700 Zügen (z. B. 10.000 Puffs) sind in der EU illegal.
- Nikotingehalt: Der gesetzliche Maximalwert liegt bei 20 mg/ml. Höhere Konzentrationen sind in der EU illegal.
- Sprache und Warnhinweise: Verpackung und Beipackzettel müssen in deutscher Sprache verfasst sein. Zudem muss zwingend ein großer Warnhinweis („Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.“) sowie eine CLP-Kennzeichnung (Gefahrenpiktogramm mit Totenkopf oder Ausrufezeichen) vorhanden sein.
Das meint Elfbar600.de dazu
Auch wenn illegale Vapes verlockend scheinen: Es ist gefährlich, solche Produkte zu konsumieren. Das kann zu erheblichen Schäden der Gesundheit führen. Auf den ersten Blick mag es zwar attraktiv sein, Kosten zu sparen und Vapes zu nutzen, die so richtig “reinballern”. Allerdings sollte jeder, der mit diesem Gedanken spielt, wissen, dass in illegalen Vapes Substanzen verwendet werden, die aus guten Gründen verboten sind – entweder, weil die gesundheitsschädigende Wirkung bereits bewiesen wurde, oder weil mögliche Auswirkungen auf den Körper schlichtweg unbekannt sind und noch nicht geprüft wurden. Es ist also ein wenig, als würde man Russisch Roulette mit der eigenen Gesundheit spielen.
Dass so viele illegale Produkte im Web kursieren, liegt auch daran, dass die Behörden bei ständig neuen Produkten, die entwickelt werden, schlichtweg überfordert sind; sei es durch mangelnde Erfahrung oder aufgrund von Personalmangel, so dass es zu lange dauert, bis eine Reaktion erfolgt. Oftmals können die verantwortlichen Personen illegale von legalen Produkten einfach nicht unterscheiden.
Der Zoll wird von Paketen überflutet, die illegale Vapes enthalten. Zwar werden immer mehr solcher Sendungen aus dem Verkehr gezogen, aber ein beachtlicher Rest findet seinen Weg ins Land.
Ein weiteres Problem aus unserer Sicht ist das Verbot von bestimmten Aromen in der EU, denn das stärkt den Schwarzmarkt, weil dadurch die Nutzer von legalen Produkten abgeschreckt werden. Leider bestellen deshalb auch mehr Kunden im Ausland oder greifen zur normalen Zigarette. Das schränkt das Potenzial der E-Zigarette zur Harm Reduction und als Möglichkeit zum Ausstieg vom Nikotinkonsum ein.
Die Folge: Das Geld fließt in Clan-Strukturen, während gleichzeitig ein erheblicher Steuerausfall entsteht. Ganz zu schweigen davon, dass auf diese Weise bestehende Strukturen und Mechanismen zum Jugendschutz umgangen werden.
Wir von Elfbar600.de setzen uns für den verantwortungsvollen Konsum von Vapes ein. Bei uns findest du nur Produkte, die in Deutschland bzw. der EU zugelassen sind.
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