Welche Vape-Aromen Sind Weniger Schädlich?
Welche Vape-Aromen Sind Weniger Schädlich? Bild Autor

Ozan Bengi

Ozan ist leidenschaftlicher Unternehmer und begeisterter Vaping-Enthusiast. Als Gründer des Online Shops www.elfbar600.de hat er sich intensiv mit E-Zigaretten und Vaping-Produkten beschäftigt. Ozan setzt alles daran, das außergewöhnliche Vaping-Erlebnis für jeden zugänglich zu machen.

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Welche Vape-Aromen sind weniger schädlich?

Wer dampft statt raucht, senkt sein Risiko bereits deutlich, denn verbrannter Tabak, Teer und Kohlenmonoxid fallen weg. Harmlos ist Dampfen damit aber nicht. Welche Aromen du wählst, hat einen größeren Einfluss auf deine Gesundheit, als du vielleicht denkst. Hier bekommst du eine klare Orientierung.

Kurz zu den Risiken

Jedes E-Liquid besteht aus Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG) als Trägerstoffe sowie diversen weiteren Inhaltsstoffen, die für das Aroma zuständig sind. Die meisten dieser Stoffe gelten beim normalen Verzehr als unbedenklich. Beim Erhitzen entstehen aber Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein, die die Atemwege reizen und teils sogar krebserregend sein können. „Lebensmittelgeeignet“ heißt also nicht automatisch „inhalierbar“.

Dazu kommt das Hardware-Problem: Aus den Heizspulen wandern Schwermetalle wie Blei, Nickel, Chrom und Antimon ins Aerosol. Die Menge der Schadstoffe kannst du senken, indem du zum Beispiel bei der Wahl des Herstellers aufpasst und keine zu alten Geräte benutzt. Siehe dazu unseren Ratgeber

Soweit zum Hintergrund. Jetzt zum praktischen Teil: Wie senkst du das Risiko über die Aromenwahl?

Aromen, die du meiden oder nur selten verwenden solltest

Aromastoffe lassen sich chemisch in verschiedene Klassen einteilen. Die Klasse sagt ziemlich verlässlich voraus, wie schädlich der Dampf ist.

Zimt, Vanille, Kirsche, Dessert-Aromen (aromatische Aldehyde) 

Die Leitsubstanzen Cinnamaldehyd (Zimt), Benzaldehyd (Kirsche) und Vanillin (Vanille, Creme, Eiscreme) gelten in der Forschung als besonders schädliche Aromastoffe. Cinnamaldehyd zum Beispiel kann die Innenwände der Blutgefäße schädigen. Vanillin lähmt die Fresszellen der Lunge, wodurch du anfälliger für Atemwegsinfekte wirst. Alles, was nach Backwaren, Eiscreme, Kirsche oder Zimt schmeckt, gehört in diese Risikogruppe.

Zitrone, Limette, komplexe Limonaden (Terpene)

Limonen und Linalool, also die Stoffe, die Zitrusfrüchten ihren typischen Duft geben, verhalten sich beim Erhitzen ungünstig. Terpenhaltige Aromen können zu erhöhten Acrolein-Werten im Dampf führen. Aromen wie Pink Lemonade gehören zu dieser Gruppe.

Menthol, Minze und alle Ice-Varianten

Bei diesen Aromen kommen zwei Probleme zusammen. Menthol kann die Lungenfunktion schädigen. Dazu kommen synthetische Kühlstoffe wie WS-23, die für den Frische-Effekt in Ice-Liquids sorgen. Und der angenehme Kühl-Effekt blockiert den natürlichen Hustenreflex: Du atmest also viel tiefer ein, als dein Körper eigentlich zulassen würde.

Beeren-Aromen

Erdbeere wirkt süß und harmlos, gehört aber laut Studien zu ebenfalls den schädlichen Aromen. Kombinationen wie Strawberry Ice Cream gehören zu dieser Gruppe, weil sie Beerenaromen, Vanillin und Kühlstoffe gleichzeitig enthalten.

Auch Tabakaromen sind keine sichere Zuflucht

Reines Tabakaroma schmeckt aschig und bitter. Damit es genießbar wird, mischen Hersteller Vanillin und Ethylmaltol hinein. Wenn auf dem Liquid „Cream Tobacco“ oder Ähnliches steht, ist das ein deutliches Signal für eine hohe Aldehyd-Belastung.

Aromen mit relativ geringem Risiko

Die vierte Aromaklasse, die der Ester, schneidet in fast allen Studien deutlich besser ab. Ester verleihen Liquids einfache Fruchtaromen wie Apfel, Traube, Banane oder Wassermelone. Beim Erhitzen zerfallen sie hauptsächlich zu Carbonsäuren und Alkenen, was zwar auch nicht ideal ist, aber im Vergleich zu Aldehyden und Terpenen deutlich weniger toxische Stoffe erzeugt. 

Konkret heißt das: Wenn du auf ein aromatisiertes Liquid nicht verzichten willst, greife zu einfachen, einzelnen Fruchtprofilen ohne Zusätze. Im Sortiment gängiger Disposables wären das zum Beispiel Wassermelone, Traube oder Apfel-Pfirsich.

Am schonendsten wären übrigens komplett aromafreie Liquids, weil dann die zusätzliche Belastung durch zersetzte Aromamoleküle ganz wegfällt. 

Die nachfolgende Tabelle zeigt dir übersichtlich, welche Aromen mit welchen gesundheitlichen Risiken verbunden sind:

Risikokategorie

Aroma-Familie

Typische Vertreter 

Relativ geringes Risiko

Einfache Früchte (Ester-Basis) ohne Kühlstoffe

Watermelon, Grape, Apple Peach

Erhöhtes Risiko

Tabakmischungen mit Süße/Creme

Cream Tobacco

Hohes Risiko

Minze, Menthol, intensive Zitrone

Menthol, Spearmint, Blue Razz Lemonade

Sehr hohes Risiko

Beeren, schwere Desserts, Zimt, Kirsche, „Ice“-Kombinationen

Cherry, Strawberry Ice Cream, Blueberry Sour Raspberry

Tabelle 1: Vape-Aromen und verbundene Risiken

Weitere Tipps für weniger Schadstoffe im Dampf

Die Wahl des Aromas ist nur ein Teil der Geschichte. Drei weitere Punkte, die in der Praxis stark wirken, solltest du ebenfalls beachten:

Kürzer und seltener ziehen

Süße Aromen umgehen den natürlichen Hustenreflex. Eine Vaping-Studie zeigt, dass Konsumenten bei Fruchtaromen Züge von bis zu 4,3 Sekunden machen, fast doppelt so lang wie bei Tabak-Liquids. Längere Züge heißen mehr Aerosol in den tiefen Atemwegen und gleichzeitig stärkere Erhitzung der Coil, was wiederum mehr Schwermetalle freisetzt. Ziele auf Züge unter zwei Sekunden und längere Pausen dazwischen.

Nikotinfrei ist kein Freifahrtschein

Der Verzicht auf Nikotin entlastet dein Herz-Kreislauf-System spürbar und bricht die körperliche Abhängigkeit. Die Schäden an Lunge und Blutgefäßen werden aber hauptsächlich von den Aromen verursacht und nicht vom Nikotin. Die Schwermetalle aus der Coil bleiben sowieso identisch. Nikotinfrei ist sinnvoll, ersetzt die bewusste Aromenwahl aber nicht.

Einweg-Vapes nicht zu lange nutzen

Wenn eine Einweg-Vape ihrem Lebensende zugeht, schmeckt sie oft verbrannt: ein Zeichen, dass der Coil überhitzt und besonders viele Schadstoffe und Metalle freisetzt. Sobald der Geschmack kippt, ist Schluss.

Kurz zusammengefasst

Wenn du dein Risiko beim Dampfen aktiv senken willst, achte auf zwei Dinge: Greif zu einfachen Fruchtaromen auf Ester-Basis wie Apfel, Traube, Wassermelone und verwende Aromen mit Zimt, Vanille, Kirsche, Zitrone, Menthol oder „Ice“ im Namen möglichst selten. Und denke daran, dass dein Zieh-Verhalten genauso wichtig ist wie die Aromenwahl selbst: kurze Züge, längere Pausen, kein Dauergebrauch.

Wirklich gesund wird Dampfen dadurch nicht. Aber zwischen einer „Strawberry Ice Cream“-Vape und einer schlichten Wassermelone liegen Welten, wenn es um deine Gesundheit geht.

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