Dampfen Statt Rauchen: Was Passiert Im Körper?

Dampfen statt rauchen: Was passiert im Körper?

Nach der letzten Zigarette und dem Umstieg auf das Dampfen ändert sich im Körper eine Menge: viel mehr, als viele Umsteiger erwarten. Giftige Verbrennungsprodukte wie Kohlenmonoxid, Teer und ein großer Teil der krebserregenden Stoffe fallen weg. Nikotin, Trägerstoffe und Aromen gelangen beim Dampfen aber weiterhin in die Lunge.

Wir zeigen dir, welche Veränderungen nach dem Umstieg vom Rauchen zum Dampfen im Körper passieren, in welcher Reihenfolge sie eintreten und an welchen Stellen die Forschung noch keine klaren Antworten hat. Außerdem erhältst du einige Tipps, worauf du beim Umstieg achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Teer und Kohlenmonoxid entstehen beim Dampfen nicht, die Belastung mit krebserregenden Stoffen sinkt deutlich.
  • Nach etwa zwölf Stunden ist der Kohlenmonoxid-Wert im Blut wieder normal.
  • Nikotin, Aromen und Trägerstoffe belasten Herz und Atemwege weiter.
  • Die Erholung setzt erst richtig ein, wenn die Tabakzigarette komplett wegfällt.
  • Zu den Folgen über Jahrzehnte gibt es noch keine Daten.

Was beim Umstieg von der Zigarette zur Vape wegfällt und was bleibt

Eine Zigarette verbrennt Tabak. Im Rauch stecken laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS Tausende chemische Verbindungen, bis zu 70 davon krebserregend. Eine E-Zigarette dagegen erhitzt eine Flüssigkeit aus Propylenglykol, Glycerin, Aromen und je nach Sorte auch Nikotin, bis sie verdampft. Teer und Kohlenmonoxid entstehen dabei nicht.

Wie stark sich das im Körper bemerkbar macht, lässt sich an Biomarkern im Blut und im Urin ablesen. Eine Querschnittsstudie im Fachjournal Annals of Internal Medicine verglich 2017 ehemalige Raucher, die seit mindestens sechs Monaten ausschließlich dampften, mit aktiven Rauchern. Die Dampfer hatten deutlich niedrigere Werte bei tabakspezifischen Nitrosaminen wie NNAL, einem Abbauprodukt des Lungenkarzinogens NNK. Auch die Abbauprodukte von anderen Giftstoffen lagen klar darunter.

Die Auswertung der US-Langzeitstudie PATH mit Daten aus den Jahren 2018 und 2019 bestätigt das: Bei ausschließlichen Dampfern lag der NNAL-Wert etwa um den Faktor 86 unter dem der Raucher, und 13 von 14 gemessenen flüchtigen organischen Verbindungen fielen deutlich geringer aus.

Eine Auswertung der Universität Oxford, die auf den Studien des Cochrane-Reviews zu E-Zigaretten aufbaut, kommt mit 1.299 Teilnehmenden zum gleichen Ergebnis. Bei Menschen, die auf die E-Zigarette umgestiegen waren, lagen 12 von 13 untersuchten Schadstoff-Biomarkern deutlich unter den Werten der Personen, die weiter geraucht haben.

Beim Nikotin ändert sich dagegen wenig. In der PATH-Auswertung unterschieden sich die Nikotin-Abbauprodukte von Dampfern und Rauchern nicht signifikant. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) weist darauf hin, dass auch das Aerosol von E-Zigaretten gesundheitsschädliche Stoffe enthält, wenn auch weniger als Tabakrauch. Das Portal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums nennt E-Zigaretten bei ausschließlicher Verwendung „wahrscheinlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten“, führt aber Formaldehyd im Dampf als Beispiel für krebserregende Substanzen im Dampf an.

In Foren und Werbetexten ist oft zu lesen, Dampfen sei weniger schädlich als Rauchen. Viele dieser Texte gehen auf einen Bericht von Public Health England aus dem Jahr 2015 zurück und beruhen auf einer Expertenschätzung. Langzeitmessungen an Menschen lagen dafür nicht vor. Die Behörde wurde 2021 aufgelöst. Britische Fachleute sprachen 2022 von einem kleinen Bruchteil der Risiken des Rauchens, bezogen auf kurze und mittlere Zeiträume.

Die wichtigsten Daten fasst die folgende Tabelle zusammen:

Aspekt Tabakzigarette E-Zigarette (ausschließliches Dampfen)
Funktionsprinzip Verbrennt Tabak Erhitzt eine Flüssigkeit, bis sie verdampft
Inhaltsstoffe Tausende chemische Verbindungen im Rauch (NHS) Propylenglykol, Glycerin, Aromen, je nach Sorte Nikotin
Krebserregende Stoffe Bis zu 70 krebserregende Verbindungen (NHS) Weniger, aber vorhanden, z. B. Formaldehyd (gesund.bund.de, DKFZ)
Teer und Kohlenmonoxid Entstehen Entstehen nicht
NNAL (Abbauprodukt des Lungenkarzinogens NNK) Hoch Deutlich niedriger (Annals of Internal Medicine, 2017); etwa Faktor 86 geringer (PATH-Auswertung, 2018/19)
Flüchtige organische Verbindungen Höher 13 von 14 gemessenen Werten deutlich geringer (PATH)
Schadstoff-Biomarker allgemein Höher 12 von 13 Biomarkern deutlich niedriger bei Umsteigern, n = 1.299 (Universität Oxford / Cochrane)
Nikotin Wird aufgenommen Kein signifikanter Unterschied bei den Nikotin-Abbauprodukten (PATH)
Behördliche Einschätzung Gesundheitsschädlich „Wahrscheinlich weniger schädlich“ als herkömmliche Zigaretten (gesund.bund.de); britische Fachleute 2022: kleiner Bruchteil der Risiken, bezogen auf kurze und mittlere Zeiträume
Datenlage Langzeitrisiken gut belegt Biomarker-Studien liegen vor; die oft zitierte Schätzung von Public Health England (2015) beruht auf Expertenurteil ohne Langzeitmessungen

Chronologie: Was nach der letzten Zigarette passiert

Die folgende Übersicht zeigt Zeitangaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Portals rauchfrei-info.de vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. In der rechten Spalte sind Unterschiede beim Dampfen beschrieben. Diese Einordnung beruht auf den Studien, auf die wir uns in den folgenden Abschnitten beziehen.

Ein wichtiger Hinweis vorabDie Zeitangaben stammen aus Untersuchungen an Menschen, die ganz mit dem Rauchen aufgehört haben, ohne danach zu dampfen. Für Dampfer treffen die Angaben überall dort zu, wo es um Verbrennungsprodukte geht. Wir haben die Unterschiede in der Tabelle verzeichnet.
Zeitraum Kompletter Verzicht auf Nikotin Dampfen statt rauchen
Nach 20 Minuten Puls und Blutdruck sinken, weil die Wirkung des Nikotins aus der letzten Zigarette nachlässt. Gilt nur eingeschränkt. Nikotinhaltiger Dampf hebt Puls und Blutdruck nach dem Zug kurzzeitig wieder an.
Nach 12 Stunden Der Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut sinkt auf Normalwerte, das Blut transportiert wieder mehr Sauerstoff. Gleicher Effekt
Nach wenigen Tagen Geschmacks- und Geruchssinn werden besser, das Atmen fällt leichter. Gilt weitgehend analog, weil die Reizung durch Rauch wegfällt.
Nach 2 Wochen bis 3 Monaten Der Kreislauf stabilisiert sich, Durchblutung und Lungenfunktion verbessern sich. Für die Gefäße bei Umsteigern belegt: In der VESUVIUS-Studie war die Gefäßfunktion nach einem Monat etwa auf halbem Weg zum Niveau von Nichtrauchern.
Nach 1 bis 9 Monaten Husten, verstopfte Nebenhöhlen und Kurzatmigkeit lassen nach. Die Lunge baut abgelagerten Schleim ab. Gilt größtenteils. Der Dampf selbst kann jedoch Rachen und Atemwege reizen.
Nach 1 Jahr Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist etwa halb so hoch wie bei Rauchern. Für Dampfer fehlen Daten. Die längsten Studien decken nur ein bis zwei Jahre ab.
Nach 5 bis 15 Jahren Nach 5 Jahren halbiert sich das Risiko für Krebs in Mund, Rachen, Speiseröhre und Blase. Nach 10 Jahren ist das Lungenkrebsrisiko etwa halb so hoch, nach 15 Jahren entspricht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit dem eines Nichtrauchers. Unbekannt. Ob Dampfer diese Werte erreichen, lässt sich frühestens in einigen Jahren sagen.

Die ersten Stunden: Kohlenmonoxid verschwindet, Nikotin bleibt

Bei Rauchern ist ein Teil der Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes durch Kohlenmonoxid ständig blockiert. Nach etwa zwölf Stunden ohne Zigarette ist der Wert wieder normal. Weil beim Dampfen kein Kohlenmonoxid entsteht, profitierst du hier genauso wie jemand, der ganz aufhört. Studien zu E-Zigaretten verwenden diesen Effekt sogar als Kontrolle: Per Atemtest prüfen sie, ob die Teilnehmer tatsächlich nicht mehr rauchen.

Beim Puls sieht es anders aus. Eine Übersichtsarbeit der American Heart Association hat Studien zu den akuten Effekten ausgewertet. In fünf von sieben Studien stiegen Herzfrequenz und Blutdruck nach dem Dampfen mit Nikotin deutlich an. Auch die Gefäßsteifigkeit nahm kurzfristig zu, in einigen Versuchen sogar ohne Nikotin. Die Autoren vermuten, dass hier die Trägerstoffe Propylenglykol und Glycerin mitwirken.

ProdukttippStarke Raucher kommen am Anfang meist mit 20 mg Nikotinsalz am besten zurecht, zum Beispiel mit den vorbefüllten Elfbar Pods für das ELFA-System. Welche Stärke zu deinem bisherigen Konsum passt, erklärt der Beitrag Rauchen aufhören mit E-Zigarette: Welche Nikotinstärke für den Start?

Die ersten Wochen: Sinne und Gefäße erholen sich

Nach wenigen Tagen merken viele, die nicht mehr rauchen, dass das Essen wieder intensiver schmeckt und Gerüche deutlicher ankommen. Der NHS nennt in seiner Übersicht zu den Vorteilen des Rauchstopps außerdem leichteres Atmen und mehr Energie.

Zu den Auswirkungen auf die Gefäße gibt es eine Studie, die genau den Umstieg untersucht hat. In der VESUVIUS-Studie der Universität Dundee wurden 114 Raucher, die seit mindestens zwei Jahren täglich 15 oder mehr Zigaretten rauchten, auf drei Gruppen verteilt: E-Zigarette mit Nikotin, E-Zigarette ohne Nikotin und Weiterrauchen. Gemessen wurde die flussvermittelte Gefäßerweiterung, also wie gut sich eine Arterie weitet, wenn mehr Blut durchfließen muss. Nach einem Monat hatte sich dieser Wert bei den Umsteigern um durchschnittlich 1,5 Prozentpunkte verbessert. Laut der British Heart Foundation, die die Studie gefördert hat, lagen die Teilnehmer damit etwa auf halbem Weg zu den Werten gesunder Nichtraucher.

Zwei Details fallen auf. Frauen profitierten stärker als Männer. Und ob im Liquid Nikotin war oder nicht, machte für die Gefäße kaum einen Unterschied. Die Forscher schließen daraus, dass vor allem die Verbrennungsprodukte des Tabaks die Gefäßinnenwand schädigen. Studienleiter Jacob George rechnet vor, dass jeder Prozentpunkt Verbesserung die Rate an Herz-Kreislauf-Ereignissen um etwa 13 Prozent senkt. Das ist allerdings eine Hochrechnung aus anderen Studien. Herzinfarkte oder Schlaganfälle hat VESUVIUS selbst nicht erfasst.

ProdukttippWenn der Geschmackssinn zurückkommt, lohnt es sich, ein paar Sorten auszuprobieren. Für den Einstieg eignen sich Tabakaromen wie American Blend Tobacco oder Fruchtsorten ohne „Ice“ im Namen. Eine Übersicht mit Bewertungen findest du im Beitrag ELFA 2026: die besten Elfbar Pods.

Monat 1 bis 9: Die Lunge räumt auf

Tabakrauch lähmt die Flimmerhärchen, die Schleim und Schmutz aus den Bronchien nach oben befördern. Fällt der Rauch weg, nehmen sie ihre Arbeit nach und nach wieder auf. Damit lassen Hustenanfälle, verstopfte Nebenhöhlen und Kurzatmigkeit innerhalb von einem bis neun Monaten nach, während die Lunge abgelagerten Schleim abbaut. In den ersten Wochen husten manche Umsteiger deshalb sogar mehr als vorher.

Beim Dampfen kommt ein eigener Reiz hinzu. Im Cochrane-Review vom August 2026 gehören Husten, Herzklopfen und Schwindel zu den beobachteten Nebenwirkungen. Sie traten bei nikotinhaltigen E-Zigaretten ähnlich häufig auf wie bei Nikotinpflastern oder Nikotinkaugummis.

Wie sich der Umstieg bei einer bereits kranken Lunge auswirkt, haben bisher nur kleine Studien untersucht. Eine italienische Beobachtungsstudie begleitete 20 COPD-Patienten, die auf die E-Zigarette umgestiegen waren, und 19, die weiterrauchten, über fünf Jahre. Bei den Umsteigern sank die Zahl der akuten Verschlechterungen von 2,3 auf 1,1 pro Jahr. Im Sechs-Minuten-Gehtest schafften sie im Mittel 66 Meter mehr. Die Gruppen sind allerdings sehr klein, die Teilnehmer haben selbst entschieden, ob sie umsteigen. Außerdem gab es finanzielle Verbindungen zu Pharmaunternehmen und Organisationen der Schadensminderung.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) rät Menschen mit COPD oder Asthma in ihren Empfehlungen von 2022 trotzdem von E-Zigaretten ab. Sie verweist auf Studien, in denen E-Zigaretten-Aerosol DNS-Schäden, Entzündungen und Zelltod auslöste.

Die schweren Lungenschäden, die 2019 in den USA unter dem Namen EVALI bekannt wurden, gingen auf THC-Liquids vom Schwarzmarkt zurück, denen Vitamin-E-Acetat beigemischt war. In der EU dürfen nikotinhaltige Liquids nach der Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU keine Vitamine enthalten. Wer zu geprüften Produkten aus dem regulären Handel greift, umgeht dieses Risiko.

ProdukttippZiehe langsam und im Mund-zu-Lunge-Stil, so wie du es von der Zigarette kennst. Die Elfbar Geräte sind auf diesen Zug ausgelegt. Dauerhaftes Kettendampfen reizt den Rachen unnötig.

Ab dem dritten Monat: Nikotin schrittweise senken

Sobald du nicht mehr zur Zigarette greifst, beginnt die zweite Etappe. Das DKFZ empfiehlt Rauchern, die mit Hilfe der E-Zigarette aufgehört haben, langfristig auch das Dampfen zu beenden. Nikotin macht abhängig und treibt Puls und Blutdruck nach oben. Je weniger davon im Liquid ist, desto schwächer fallen diese Effekte aus.

ProdukttippZum Ausschleichen eignet sich ein nachfüllbares Gerät wie die ELFX 2, weil du die Nikotinstärke über das Liquid selbst wählst, etwa ELFLIQ mit 10 mg. Für den letzten Schritt gibt es nikotinfreie Elfbar Produkte, darunter ELFA Pods mit 0 mg. Einen Stufenplan zum Reduzieren enthält unser Beitrag zur Nikotinstärke.

Ab einem Jahr: Hier enden die Daten

Nach einem Jahr ohne Rauchen ist das Risiko für eine koronare Herzkrankheit laut WHO etwa halb so hoch wie bei Rauchern, nach zehn Jahren halbiert sich das Lungenkrebsrisiko, nach 15 Jahren ist das Herzrisiko so niedrig wie bei Nichtrauchern. Ob Dampfer, die von der Zigarette umgestiegen sind, diese Werte ebenfalls erreichen, weiß heute allerdings niemand. Der Cochrane-Review stützt sich auf Studien mit höchstens ein bis zwei Jahren Laufzeit, und das DKFZ hält fest, dass die aktuelle Studienlage zu den langfristigen Folgen keine verlässlichen Aussagen zulasse. Biomarker und Gefäßwerte sprechen dafür, dass der Umstieg in die richtige Richtung führt. Belastbare Zahlen zu Krebs und Herzinfarkt wird es frühestens in einigen Jahren geben.

Halb gedampft, halb geraucht: Was Dual Use bringt

Viele Umsteiger dampfen tagsüber und rauchen abends oder in Gesellschaft weiter. Für den Körper ist das die ungünstigste Variante. In der Studie aus den Annals of Internal Medicine hatten Doppelkonsumenten weitgehend dieselben Werte bei Nitrosaminen und flüchtigen organischen Verbindungen wie reine Raucher.

Wer neben der E-Zigarette noch zehn oder mehr Zigaretten am Tag raucht, unterscheidet sich bei den Schadstoffwerten nicht signifikant von reinen Rauchern. Erst bei weniger als zehn Zigaretten täglich lagen 15 von 18 untersuchten Biomarkern deutlich niedriger. Die Belastung hängt also direkt an der Zahl der Zigaretten, die noch geraucht werden.

Die Belastung kann bei gleichzeitigem Konsum sogar zunehmen. Die Cochrane-Autoren beobachten außerdem, dass Doppelkonsum bei E-Zigaretten häufiger vorkommt als bei Nikotinpflastern. Die Erholung setzt erst richtig ein, wenn die Tabakzigarette komplett wegfällt.

Wie Fachleute den Umstieg bewerten

Am besten untersucht ist die Frage, ob E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen. Der Cochrane-Review vom August 2026 wertet 80 randomisierte Studien mit 29.861 Teilnehmenden aus. Von 100 Menschen, die mit nikotinhaltigen E-Zigaretten aufhören wollen, schaffen es etwa 10 für mindestens sechs Monate. Mit Nikotinpflastern oder Kaugummis sind es 6 von 100. Umgekehrt heißt das: 90 von 100 gelingt der Ausstieg auch mit E-Zigarette nicht.

In Deutschland sind die Fachgesellschaften zurückhaltender. Die S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit“ von 2021 empfiehlt E-Zigaretten nicht als Hilfsmittel zum Rauchstopp. Einen vollständigen Umstieg stuft sie aber als weniger gesundheitsgefährdend ein als das Weiterrauchen. Die DGP lehnt E-Zigaretten zur Entwöhnung ab. Sie begründet das unter anderem damit, dass rund 80 Prozent der Umsteiger nach dem Rauchstopp weiterdampfen. Bei Nikotinersatzprodukten bleiben nur 9 Prozent dabei.

In Großbritannien empfiehlt der NHS das Dampfen ausdrücklich als Ausstiegshilfe. Er betont gleichzeitig, dass die Langzeitfolgen unbekannt sind und Nichtraucher sowie Kinder gar nicht erst damit anfangen sollten.

Was das für dich heißt

Der Körper profitiert vom Umstieg vor allem dort, wo die Verbrennung wegfällt: beim Kohlenmonoxid, bei den krebserregenden Nitrosaminen und bei der Gefäßfunktion. Diese Effekte setzen innerhalb von Stunden bis Wochen ein und sind gut erforscht. Sie gelten aber nur, wenn du die Tabakzigarette ganz weglässt. Nikotin, Aromen und Trägerstoffe belasten Herz und Atemwege weiter. Wie stark die Belastung auf Dauer ist, ist offen. Am deutlichsten profitierst du, wenn du die E-Zigarette als Übergang betrachtest und das Nikotin nach und nach herunterfährst.

Bei VorerkrankungenWenn du eine Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung hast, sprich vor dem Umstieg mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

FAQ: häufige Fragen zum Dampfen statt Rauchen

Wie schnell merkt mein Körper, dass ich nicht mehr rauche?

Der erste messbare Effekt stellt sich nach etwa zwölf Stunden ein: Dann ist das Kohlenmonoxid weitgehend aus dem Blut verschwunden. Geschmacks- und Geruchssinn bessern sich nach wenigen Tagen. Für die Gefäßfunktion zeigte eine Studie mit Umsteigern deutliche Verbesserungen nach einem Monat. Husten und Kurzatmigkeit gehen über einen Zeitraum von einem bis neun Monaten zurück.

Sinkt beim Dampfen der Puls genauso wie beim Rauchstopp?

Nur teilweise. Nikotin hebt Herzfrequenz und Blutdruck nach jedem Zug kurzzeitig an, unabhängig davon, ob es aus der Zigarette oder aus der E-Zigarette kommt. Mit nikotinfreien Liquids fällt dieser Effekt weitgehend weg. Eine leicht erhöhte Gefäßsteifigkeit direkt nach dem Dampfen wurde in einigen Studien aber auch ohne Nikotin gemessen.

Warum huste ich nach dem Umstieg mehr als vorher?

Tabakrauch lähmt die Flimmerhärchen in den Bronchien. Erholen sie sich, transportieren sie abgelagerten Schleim nach oben, und das löst Husten aus. Der Dampf kann den Rachen zusätzlich reizen. Hält der Husten länger als einige Wochen an oder kommen Fieber, Atemnot oder Blut im Auswurf hinzu, gehört das ärztlich abgeklärt.

Ist Dampfen gesünder als Rauchen?

„Weniger schädlich“ trifft es besser. Dampfer nehmen nach den vorliegenden Biomarker-Studien deutlich weniger krebserregende Stoffe auf als Raucher. Das Aerosol reizt aber trotzdem die Atemwege, und Nikotin belastet das Herz-Kreislauf-System. Zu den Folgen über Jahrzehnte gibt es noch keine Daten.

Bringt es etwas, wenn ich nur noch halb so viel rauche und den Rest dampfe?

Wenig. Wer neben der E-Zigarette zehn oder mehr Zigaretten am Tag raucht, hat laut einer großen US-Studie ähnliche Schadstoffwerte wie ein reiner Raucher. Unterhalb von zehn Zigaretten sinken die Werte zwar, die volle Entlastung gibt es aber nur beim kompletten Umstieg.

Kann Dampfen EVALI auslösen?

Die Lungenschäden namens EVALI traten 2019 in den USA auf und gingen auf illegale THC-Liquids mit Vitamin-E-Acetat zurück. In der EU dürfen nikotinhaltige Liquids keine Vitamine enthalten.

Ab wann sinkt mein Krebsrisiko nach dem Umstieg von Zigarette auf Vapes?

Die Belastung mit krebserregenden Stoffen sinkt innerhalb weniger Wochen deutlich, das zeigen die Biomarker. Wie sich das auf das tatsächliche Krebsrisiko auswirkt, ist für Dampfer noch nicht untersucht. Bei Menschen, die ganz mit dem Rauchen aufhören, halbiert sich das Lungenkrebsrisiko nach etwa zehn Jahren.

Welche Nikotinstärke ist für den Umstieg sinnvoll?

Starke Raucher starten meist mit 20 mg Nikotinsalz, Gelegenheitsraucher kommen oft mit 10 mg aus. Ist die Stärke zu niedrig, steigt das Risiko, wieder zur Zigarette zu greifen. Nach einigen Wochen ohne Tabak kannst du die Stärke schrittweise senken.

Hilft die E-Zigarette wirklich beim Aufhören?

Laut Cochrane-Review schaffen mit nikotinhaltigen E-Zigaretten etwa 10 von 100 Menschen den Rauchstopp für mindestens sechs Monate, mit Nikotinpflaster oder Kaugummi 6 von 100. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt E-Zigaretten trotzdem nicht zur Entwöhnung, unter anderem weil viele Umsteiger dauerhaft weiterdampfen.

Was passiert, wenn ich später auch mit dem Dampfen aufhöre?

Dann fallen die Nikotineffekte auf Puls und Blutdruck weg, und die Atemwege werden nicht mehr durch Aerosol gereizt. In den ersten Tagen können Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten. Sie klingen meist innerhalb weniger Wochen ab. Wer die Nikotinstärke vorher schrittweise gesenkt hat, merkt davon in der Regel weniger.

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E-Zigaretten, Pods und Liquids sind ausschließlich für volljährige Konsumenten bestimmt. Nikotin macht abhängig. Die Angaben beruhen auf veröffentlichten Studien und ersetzen keine medizinische Beratung. Mehr zur Nikotinmenge im Vergleich findest du im Beitrag Wie viel Nikotin hat Elfbar im Vergleich zu Zigaretten?

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