Liquidsteuer 2027 bis 2030: 38 Cent pro ml, danach jedes Jahr mehr
Die Steuer auf E-Liquids steigt ab dem 1. Januar 2027 von 32 auf 38 Cent pro Milliliter und bis 2030 schrittweise auf 44 Cent. Das sind deutlich höhere Sätze als noch im Sommer geplant: Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sah für 2030 nur 36 Cent vor.
Der Bundestag hat die höheren Sätze in der Nacht zum 16. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat hat sie am selben Tag passieren lassen. Damit steht die Erhöhung fest.
Wir zeigen dir, was beschlossen wurde, wie viel Steuer künftig in einer Flasche Liquid, einem Pod und einer Einweg-Vape steckt und was das für dich heißt.
- Ab 1. Januar 2027: 0,38 Euro pro Milliliter statt heute 0,32 Euro.
- Danach jedes Jahr 2 Cent mehr, ab 2030 dann 0,44 Euro pro Milliliter.
- Gilt für alle Liquids, auch nikotinfreie, egal ob Flasche, Pod oder Einweg-Vape.
- Eine 10-ml-Flasche trägt ab 2027 3,80 Euro Steuer, ab 2030 4,40 Euro.
Was hat der Bundestag beschlossen?
Grundlage ist der Gesetzentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes, den das Bundeskabinett am 6. Juli 2026 beschlossen hat. Über den Entwurf vom Sommer haben wir bereits im Beitrag zum Referentenentwurf berichtet.
Nach der öffentlichen Anhörung am 5. Oktober haben die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD einen Änderungsantrag eingebracht. Der Finanzausschuss hat das Gesetz in dieser geänderten Fassung angenommen. So steht es in der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses (Drucksache 21/8605) vom 14. Oktober 2026. In dieser Fassung hat der Bundestag das Gesetz beschlossen.
Für Liquids, im Gesetz „Substitute für Tabakwaren“ genannt, gelten danach diese Sätze:
| Zeitraum | Geplant im Sommer (Gesetzentwurf) | Jetzt beschlossen (Bundestag) |
|---|---|---|
| 2026 (geltendes Recht) | 0,32 € pro ml | 0,32 € pro ml |
| 2027 | 0,33 € pro ml | 0,38 € pro ml |
| 2028 | 0,34 € pro ml | 0,40 € pro ml |
| 2029 | 0,35 € pro ml | 0,42 € pro ml |
| ab 2030 | 0,36 € pro ml | 0,44 € pro ml |
Der größte Sprung kommt gleich zum Start: 2027 steigt die Steuer um 6 Cent pro Milliliter, danach jedes Jahr um weitere 2 Cent. Bis 2030 liegt sie damit 12 Cent über dem heutigen Satz, also rund 38 Prozent höher.
Warum werden Liquids stärker belastet als geplant?
Der Bund will mit der Reform zusätzliche Einnahmen erzielen. Laut Ausschussbericht sollen die geänderten Sätze ab 2027 jährlich rund 750 Millionen Euro mehr bringen als der ursprüngliche Entwurf.
Für Liquids nennt der Bericht einen zweiten Grund: Die Koalition sieht sie als Einstiegsprodukte für Jugendliche und will den Einstieg in den Nikotinkonsum teurer machen. Deshalb wurden die Sätze für Liquids und Feinschnitt nach der Anhörung noch einmal angehoben, während sie für Zigaretten im Vergleich zum Änderungsantrag gleich blieben.
Wie viel Steuer steckt künftig in deinem Liquid?
Die Liquidsteuer richtet sich nur nach der Menge, nicht nach dem Nikotingehalt (§ 1 Absatz 2c Tabaksteuergesetz). Sie gilt deshalb auch für nikotinfreie Liquids. Ob du eine Flasche nachfüllst, einen vorbefüllten Pod nutzt oder eine Einweg-Vape, macht für die Steuer pro Milliliter keinen Unterschied.
| Produkt | Liquid | Steuer heute | 2027 | ab 2030 |
|---|---|---|---|---|
| ELFLIQ Flasche | 10 ml | 3,20 € | 3,80 € | 4,40 € |
| Elfbar Pods (ELFA, Zweierpack) | 2 × 2 ml | 1,28 € | 1,52 € | 1,76 € |
| Einweg-Vape wie Elfbar 800 | 2 ml | 0,64 € | 0,76 € | 0,88 € |
Dazu kommt die Mehrwertsteuer. Sie wird auf den Preis einschließlich Tabaksteuer berechnet. Werden die 60 Cent mehr Steuer für eine 10-ml-Flasche voll weitergegeben, steigt der Preis um gut 71 Cent. Davon geht auch der Ausschussbericht aus: Er rechnet damit, dass die Erhöhung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird.
Zum Vergleich: Eine Flasche ELFLIQ kostet bei uns heute 8,99 Euro. Rund 3,20 Euro davon sind schon jetzt Tabaksteuer.
Was bedeutet das für dich?
Nachfüllen bleibt die günstigste Art zu dampfen. Weil die Steuer pro Milliliter für alle Produkte gleich ist, ändert sich am Preisabstand zwischen Einweg und Mehrweg wenig. Ein Milliliter ELFLIQ kostet bei uns heute rund 90 Cent, deutlich weniger als derselbe Milliliter in einem Pod oder einer Einweg-Vape. Wie sich das übers Jahr rechnet, zeigt unser Preisvergleich zwischen Einweg und Mehrweg.
Die Erhöhungen kommen jedes Jahr zum 1. Januar. Bis 2030 sind es vier Stufen.
Auch Zigaretten werden teurer. Für Zigaretten sind ab 2027 14,34 Cent pro Stück plus 21,05 Prozent des Verkaufspreises vorgesehen, mit einer Mindeststeuer, die bis 2030 jedes Jahr steigt. Im ursprünglichen Gesetzentwurf waren es noch 13,44 Cent und 20 Prozent.
Wie die Liquidsteuer grundsätzlich funktioniert, erklären wir im Beitrag Liquidsteuer: Was ist das und was kostet sie dich?. Wie Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern dasteht, zeigt unser weltweiter Steuervergleich.
Häufige Fragen
Ab wann gilt die höhere Liquidsteuer?
Ab dem 1. Januar 2027. Dann steigt der Satz von 0,32 auf 0,38 Euro pro Milliliter. Zum 1. Januar 2028, 2029 und 2030 folgen weitere Schritte auf 0,40, 0,42 und 0,44 Euro.
Ist die Erhöhung schon beschlossen?
Ja. Der Bundestag hat das Gesetz in der Nacht zum 16. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat hat es am selben Tag passieren lassen. Die neuen Sätze gelten ab dem 1. Januar 2027.
Gilt die Liquidsteuer auch für nikotinfreie Liquids?
Ja. Die Steuer richtet sich nach der Menge Liquid, nicht nach dem Nikotingehalt.
Wie viel Steuer zahlst du für eine 10-ml-Flasche?
Heute 3,20 Euro. Ab 2027 sind es 3,80 Euro, ab 2030 4,40 Euro. Die Mehrwertsteuer kommt noch dazu.
Sind Pods und Einweg-Vapes genauso von der Erhöhung der Liquidsteuer betroffen?
Ja. Die Steuer gilt pro Milliliter, egal ob das Liquid in einer Flasche, einem Pod oder einer Einweg-Vape steckt. Ein 2-ml-Pod trägt ab 2027 also 76 Cent Steuer, ab 2030 88 Cent.
Bleibt Dampfen günstiger als Rauchen?
Auch Zigaretten werden ab 2027 jedes Jahr höher besteuert. Am günstigsten dampfst du weiterhin mit Nachfüll-Liquids wie ELFLIQ in einem Mehrweg-System.
E-Zigaretten, Pods und Liquids sind ausschließlich für volljährige Konsumenten bestimmt. Nikotin macht abhängig.
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